Neuartiges Coronavirus (SARS-CoV-2)

Vorläufige Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit dem in Wuhan entdeckten neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) Stand 17.02.2020

Am 31.12.2019 wurde das WHO-Landesbüro in China über eine Häufung von Lungenentzündungen mit unklarer Ursache in Wuhan, einer Metropole mit 11 Millionen Einwohnern in der Provinz Hubei, informiert. Nach Angaben der WHO haben die chinesischen Behörden am 07.01.2020 ein neuartiges Coronavirus als Ursache der Erkrankung identifiziert. Das Virus gehört wie das SARS-Virus zu den beta-Coronaviren. Es wurde SARS-CoV-2 genannt und ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Die offizielle Bezeichung für die durch das Virus ausgelöste Erkrankung ist COVID-19 (Coronavirus Disease 2019).

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beatwortet die häufigsten Fragen zu COVID-19 auf Ihrer Website:

https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html

Aktuelle Situation

Aktuelle Fallzahlen, betroffene Länder und Informationen zu Risikogebieten sind unter www.rki.de/ncov-risikogebiete zu finden.

Die folgenden Empfehlungen wurden hauptsächlich den Hinweisen auf der Internetseite des Robert Koch Institutes entnommen. Sie sollen einen ersten Überblick verschaffen. Für aktuellste Empfehlungen verweden Sie bitte den Link zur entspechenden RKI-Website am Ende dieses Artikels!

Wann sollte eine Laboruntersuchung erfolgen?

Eine spezifische Untersuchung auf SARS-CoV-2 muss nur durchgeführt werden bei Personen, die die  Falldefinition des RKI erfüllen:

  1. Personen mit respiratorischen Symptomen unabhängig von deren Schwere
    UND Kontakt mit einem bestätigten Fall mit COVID-19.
  2. Personen mit erfülltem klinischen Bild
    UND Aufenthalt in einem Risikogebiet

Unter erfülltem klinischen Bild versteht man eine Person mit einem akuten respiratorischen Syndrom (mit oder ohne Fieber sowie mit oder ohne Husten), bei der

  • basierend auf klinischen, radiologischen oder histopathologischen Hinweisen auf ein entzündliches Infiltrat der Verdacht besteht, dass die unteren Atemwege betroffen sind (z.B. Pneumonie oder Akutes Atemnotsyndrom).

Den aktuellen Wortlaut der Falldefinition des RKI finden Sie unter folgendem Link: Falldefinition

Wie soll vorgegangen werden?

Personen, die die Falldefinition des RKI erfüllen, müssen dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden. Seit 01.02.2020 gilt eine neue namentliche Meldepflicht für Verdacht, Erkrankung und Tod  in Bezug auf eine COVID-19-Infektion.

Bei Personen, die die Falldefinition erfüllen, sollten spezifische Untersuchung möglichst in einem Krankenhaus stattfinden.

Generell sollten Proben ebenfalls auf andere relevante respiratorische Erreger wie z.B. Influenzaviren untersucht werden.

Das RKI hat zum generellen Handlungsablauf ein Flussschema erstellt, das eine Hilfestellung gibt, wie vorgegangen werden sollte.

PCR-Nachweis

Zurzeit ist der direkte Erregenachweis mittels PCR Methode der Wahl, Antikörpernachweise sind bisher nicht beschrieben. Serumproben können jedoch in der Akutphase gesammelt und asserviert werden, um eine Serokonversion für Covid-19 mittels Paarung mit Konvaleszentenserum später zu überprüfen sobald serologische Teste verfügbar werden. Ein negatives PCR-Ergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit Covid-19 nicht vollständig aus. Falsch-negative Ergebnisse können z.B. aufgrund schlechter Probenqualität, unsachgemäßem Transport, ungünstigem Zeitpunkt der Probenentnahme oder anderen Gründen (z.B. Virusmutation) nicht ausgeschlossen werden. Wenn ein Patient mit starkem Verdacht auf Covid-19-Infektion in der initialen PCR negativ getestet wird, sollte mit dem Labor eine erneute Proben-entnahme und –untersuchung abgesprochen werden. Die alleinige Testung von Probenmaterial aus dem Oro- und Nasopharynx ist zum Ausschluss einer Infektion nicht geeignet.

Probenmaterial für die PCR-Diagnostik

Wenn möglich, sollten Proben parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden.

tiefe Atemwege:

  • Bronchoalveoläre Lavage
  • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert)
  • Trachealsekret

obere Atemwege

  • Nasopharynx-Abstrich, -Spülung oder -Aspirat
  • Oropharynx-Abstrich

Bei Abstrichen verwenden Sie bitte für den Virusnachweis geeignete Tupfer, z. B. das  eSwab-Abstrich-/Transportsystem (kein Agar-Tupfer)!

Werden Oro- und Nasopharynx abgestrichen, sollten die Tupfer gemeinsam in ein Medium-Röhrchen verbracht werden, um die Viruslast zu erhöhen.

Alle Proben sollten das Labor schnellstmöglich nach Entnahme erreichen. Erfolgt dies voraussichtlich innerhalb von 72 Stunden, kann die Probe bei 4°C gelagert und versendet werden.

Verpackung und Versand

Klinische Proben von Personen mit Verdacht auf eine Infektion mit 2019-nCoV sind als „Biologischer Stoff, Kategorie B“ der UNNr. 3373 zuzuordnen und nach Maßgabe der Verpackungsanweisung P 650 zu verpacken. Der Versand sollte gekühlt erfolgen (s. Probenentnahme).

Die Verpackung besteht aus 3 Komponenten:

  1. Primärverpackung = Probengefäß (z.B. Tupferröhrchen oder Monovette)
  2. Sekundärverpackung = Schutzgefäß (flüssigkeitsdicht verschraubtes Plastikröhrchen, darin saugfähiges Material)
  3. Umverpackung = Kistenförmige Verpackung

Die verschlossenen Versandstücke sind als „Biologischer Stoff, Kategorie B“ und „UN 3373“ in Raute (Seitenlänge mind. 50 x 50 mm) sowie mit der Telefonnummer einer verantwortlichen Person zu kennzeichnen. Außerdem ist ein Kennzeichen für die Bauartprüfung der Verpackung vorgeschrieben.

Der Versand sollte über einen Paketdienst und nur nach vorheriger Absprache mit dem untersuchenden Labor erfolgen.

Abrechnung

Es wurde eine neue Gebührenordnungsposition 32816 in den Abschnitt 32.3.12 EBM aufgenommen. Sie gilt ab dem 01.02.2020 und ist mit 59,00 Euro bewertet. Leistungsinhalt ist der Nukleinsäurenachweis des neuartigen Coronavirus (Ovid-19) mittels RT-PCR und kann bis zu zweimal am Behandlungstag abgerechnet werden. Die Vergütung erfolgt außerhalb der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung. Bitte vergessen Sie nicht, die Ausnahmekennnummer 32006 in Ihrer Praxis-EDV einzutragen.

Die Untersuchung als Kassenleistung kann nur für Personen erbracht werden, die die vom RKI definierte Falldefinition (s.oben) erfüllen!

KBV und GKV-Spitzenverband haben zudem vereinbart, dass Fälle, bei denen ein klinischer Verdacht vorliegt oder eine Infektion mit dem 2019-nCoV nachgewiesen wurde, mit der Ziffer 88240 zu kennzeichnen sind.

Wenn eine Patientin/ein Patient die Durchführung der Untersuchung als IGeL-Leistung wünscht, ist dies zu einem Preis von 75,77 Euro möglich. In diesem Fall benötigen wir einen entsprechenden von der Patientin/dem Patient unterschriebenen Auftrag!

 

Links

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV_node.html